Der Start ins Weinjahr 2014

Herrlich: Weintrauben im Sonnenschein - © pixabay/Optimusius1

Herrlich: Weintrauben im Sonnenschein – © pixabay/Optimusius1

Nachdem das Weinjahr 2013 vor allem von den Launen der Natur geprägt war, präsentiert sich das Weinjahr 2014 bis jetzt vergleichsweise mild. Der Winter ist fast komplett ausgefallen, lediglich Ende Januar konnten etwas Schnee und winterliche Temperaturen verzeichnet werden. Dafür waren der Februar und der März viel wärmer als üblich und der Regen blieb während diesen Monaten fast ganz aus.

Das besorgt natürlich die Winzer, denn bereits der Sommer im Weinjahr 2013 war sehr heiß und fast ganz ohne Regenfälle. Wie sich der Rest des Weinjahres 2014 präsentiert, das steht noch in den Sternen. Die deutschen Winzer hoffen allerdings darauf, dass das Wetter 2014 weniger launenhaft ausfällt, als im Vorjahr. Im Weinjahr 2013 war die Qualität der Weine zwar durch die Bank gut, dafür mussten die deutschen Winzer auf Grund der Wetterlage empfindliche Ertragseinbußen in Kauf nehmen. Die deutsche Jahresproduktion blieb mit rund 8 Millionen Hektoliter beinahe eine Millionen Hektoliter unter dem üblichen Jahresmittel. Die deutschen Winzer setzen daher hohe Erwartungen an das noch junge Weinjahr 2014.

Vom Wetter einmal abgesehen, sind für das Weinjahr 2014 einige Trends zu erwarten. So macht die Globalisierung auch vor der Weinindustrie nicht Halt. Aktuell sind regelrecht exotische Anbauländer wie die Türkei und Israel im Kommen, die hervorragende Weine produzieren, international aber bis jetzt nur wenig bekannt sind. Das könnte sich im Weinjahr 2014 ändern, denn Weine aus diesen Nationen sind auch in Deutschland immer öfter zu haben und finden hier eine wachsende Fangemeinde.

Aber auch auf dem deutschen Weinmarkt tut sich so einiges. Neben Klassikern wie dem Riesling befinden sich auch ältere und wenig bekannte Sorten wie der Auxerrois, der Kerner und der Silvaner im Aufwärtstrend. Einige deutsche Winzer haben die alten Rebsorten wieder für sich entdeckt und beginnen mit ihnen zu experimentieren. Zwar werden die Sorten nur auf kleinen Rebflächen angebaut, dennoch trägt dies natürlich zur Vielfältigkeit der deutschen Weinlandschaft bei und könnte dafür sorgen, dass das Weinjahr 2014 ein besonders abwechslungsreiches Jahr wird.

Die Weingenießer in Deutschland wird es freuen, denn diese sind grundsätzlich neuem und innovativen Wein sehr aufgeschlossen. Kamen vor rund 30 Jahren für Weinkenner nur etablierte und renommierte Anbaugebiete wie Bordeaux, Burgund oder Champagne in Frage, so ist dies heute nicht mehr der Fall. Die Weingenießer in Deutschland sind viel experimentierfreudiger geworden und belohnen auch innovative Winzerkunst.

Dies könnte auch dazu beitragen, dass Deutschland im Weinjahr 2014 zum regelrechten „Champagnerland“ wird. Bereits in den letzten Jahren erfreut sich der Winzersekt aus deutschen Landen immer größerer Beliebtheit. Kam früher beim edlen Schaumwein nur der „echte“ Champagner aus Frankreich in Frage, so kommt heute immer mehr ernstzunehmende Konkurrenz aus Deutschland. Zahlreiche deutsche Winzer bieten erstklassigen Winzersekt an, der es qualitativ locker mit dem Original aus Frankreich aufnehmen kann. Noch dazu werden die deutschen Winzersekte um einiges günstiger angeboten, als der Champagner aus Frankreich. Könnte 2014 etwa das deutsche Champagnerjahr werden?

All diese Überlegungen sind natürlich noch reine Spekulationen, denn keiner kann mit Sicherheit sagen, wie sich das Weinjahr 2014 tatsächlich entwickeln wird. Aber was auch immer das Weinjahr 2014 uns bringt, es wird mit Sicherheit ein spannendes Jahr.

Bald ist Spargelzeit!

Heute schau ich nur ganz kurz vorbei: Wer Spargel mag, wird wissen, wie lecker die Kombination Spargel und Wein ist. Hier in Rheinhessen ist der Spargel ohnehin Kulturgut, kaum ein Ort an dessen Ein- oder Ausgang nicht ein Schild steht, auf dem Spargel angepriesen wird. Wir von Vicampo wurdne von der FürSie um fachliche Unterstützung bei der Auswahl von Weinen gebeten, die besonders gut zu Gerichten mit Spargel passen und da sagt unser Geschäftsführer und Feinschmecker Max Gärtner natürlich nicht Nein:

http://www.fuersie.de/kochen/koch-ratgeber/artikel/welcher-wein-zum-spargel

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Euer Paul

Wer ist eigentlich dieser Robert Parker?

Robert Parker - ein wichtiger Mann in der Weinbranche - (c) wikipedia/winestem

Robert Parker – ein wichtiger Mann in der Weinbranche – © wikipedia/winestem

Und wo kommen denn die Parker Punkte immer her? Das habe ich mich gefragt und mal ein bisschen recherchiert.

Die Bewertungen von Robert Parker, die so genannten Parker-Punkte, haben viel Gewicht in der Weinwelt. Der gebürtige Amerikaner machte ursprünglich eine Ausbildung zum Rechtsanwalt und war bis 1984 für eine Bank in Baltimore tätig, widmet sich jedoch seit bereits drei Dekaden dem Weinjournalismus. Parker gilt inzwischen als einer der einflussreichsten Weinkritiker weltweit und seine Bewertungen von Weinen üben einen großen Einfluss auf die Preise am Weinmarkt aus.

Bei seinem Bewertungssystem der Parker-Punkte orientiert sich der Weinkritiker am Notensystem der amerikanischen Schulen und vergibt zwischen 50 und 100 Punkten. Ein Wein mit 50 bis 69 Punkten ist dabei gerade mal unterdurchschnittlich, wobei 96 bis 100 Punkte für absolute Spitzenweine vorbehalten sind. Darüber hinaus vergibt der Weinkritiker ein „+“ für Weine, denen er ein besonders gutes Reifungspotential bescheinigt.

Erhält ein Wein mehr als 96 Parker Punkte, steigt der Preis oftmals um das doppelte an, da Parkers Höchstnoten unter Weinkennern als Qualitätssiegel gelten und die Nachfrage dementsprechend in die Höhe treiben. Besonders auf französische, italienische und amerikanische Weine hat es der Experte abgesehen, aber auch deutsche, australische und spanische Weine erfahren von Parker immer mehr Beachtung.

Seine Weinbewertungen sind in seinem eigenen Newsletter, „The Wine Advocate“, sowie in mehreren Büchern veröffentlicht. Unterstützt wird der Experte dabei von einem mehrköpfigen Team von Weinverkostern. Darüber hinaus veröffentlicht Parker jedes Jahr den „Vintage Guide“, in dem aktuelle Weine aus den wichtigsten Anbauregionen bewertet werden. Der Newsletter von Robert Parker hat gerade mal etwa 50.000 Käufer weltweit, übt aber dennoch einen immensen Einfluss auf die Weinbranche aus. Parker gilt als absolute Ausnahmefigur der Weinszene und kann die Nachfrage nach bestimmten Weinen in die Höhe treiben, wie kein zweiter.

Dabei hat sich Parker nicht nur Freunde in der Weinbranche gemacht. Einige Weinkritiker äußerten scharfe Kritik an seiner einflussreichen Stellung und warfen ihm vor, zu einer geringeren Vielfalt beim Wein beizutragen. Durch den starken Einfluss der Parker Punkte auf die Nachfrage nach bestimmten Weinsorten, würden viele Winzer ihre Weine nur noch so ausbauen, dass sie auch eine gute Bewertung des Kenners erhielten – so die Aussage der Kritiker.

So hätten etwa italienische Winzer eine Zeit lang versucht, französische Bordeaux-Weine zu imitieren, da diese regelmäßig eine hohe Anzahl an Parker Punkten erhielten. Dies führte zu einem Überangebot einer bestimmten Sorte von Wein. Einige amerikanische Weingüter bieten sogar Beratungsdienstleistungen an, wie Weine „parkerisiert“ werden können. Durch die Verwendung spezieller Techniken soll der Wein so an das Parker-System angepasst werden und eine bessere Punktzahl erzielen können.

2012 verkaufte Robert Parker einen großen Teil seines „The Wine Advocate“ Newsletters an asiatische Investoren und gab auch die Chefredaktion ab. Angeblich soll die Übernahme ganze 15 Milliarden US-Dollar gekostet haben. Damit begab er sich allerdings nicht in den Ruhestand, sondern zog sich lediglich aus dem Tagesgeschäft seines Newsletters zurück. Auch weiterhin wird der Kenner besonders französische Bordeaux-Weine bewerten. Während der Newsletter allerdings lange Zeit ohne Werbung auskam, wird er nach der Übernahme auch kommerzielle Anzeigen enthalten.

Für die Vormachtstellung des „Wine Advocate“ dürfte sich durch die Übernahme allerdings nicht viel ändern. Auch weiterhin werden die Parker-Punkte einen großen Einfluss auf die Weinwelt ausüben.

Das richtige Weinglas!

Wein und Musik

Ich bin zugegebenermaßen nicht unbedingt der größte Ästhet. Wie so viele Weintrinker mache ich mir meist keine Gedanken, ob das Weinglas überhaupt zum Wein passt, warum auch? Schmeckt ein Wein von Antinori oder Penfolds besser, weil man ein bestimmtes Glas benutzt? Ich bin der Sache mal auf den Grund gegangen, denn seien wir ehrlich: Häufig wird einfach das Glas genommen, was gerade zur Hand ist oder man orientiert sich an Weingläsern aus Restaurants und Gaststätten. Allerdings gibt es zu jeder Art von Wein ein eigenes Glas! Wie sieht also das perfekte Weinglas aus und welches Weinglas passt zu welcher Weinsorte?

Die klassische Tulpenform

Grundsätzlich sollte ein Weinglas die klassische Tulpenform haben, also einen langen Stiel und einen Kelch, der von der Form an eine Tulpe erinnert. Diese Tulpenform hat verschiedene Vorteile. Einerseits kann man ein solches Weinglas am Stiel greifen und erwärmt dadurch nicht den enthaltenen Wein über die Handfläche. Andererseits lässt sich diese Glasform sehr gut schwenken und ermöglicht es so, die Aromastoffe des Weines freizusetzen und besser über die Nase aufzunehmen.

Dünnwandiges Glas

Neben der Tulpenform sollte das Weinglas auch aus dünnwandigem Glas hergestellt sein und keinen Schliff haben. Das dünne Glas erlaubt einen unmittelbaren Genuss des Weines, da man bei solchen Gläsern beim Trinken die Lippen spitzt. So hat der Wein als erstes Kontakt mit der Zungenspitze und kann sämtliche Geschmacksnerven stimulieren, bevor er sich im Rest des Mundes verteilt. Noch dazu beeinflusst ein dünnwandiges Weinglas die Temperatur des enthaltenen Weines weniger, als dies bei dickem Glas der Fall ist.

Das Weinglas und der Weingenuss

Was ich nicht wusste: Die Größe und Form des Weinglases hat eine spürbare Auswirkung auf das Bukett eines Weines. Je größer das Glas, desto mehr Sauerstoff hat Kontakt zum Wein. Das bedeutet, dass sich die im Wein enthaltenen Aromen besser entfalten können und so ein runderes Bukett erzeugen. Deshalb gilt auch grundsätzlich die Empfehlung, ältere Weine aus größeren Weingläsern zu trinken. Die unterschiedlichen Glashersteller gehen sogar so weit, für jede Weinsorte ein eigenes Glas anzubieten.

Die verschiedenen Arten von Weingläsern

Weingläser lassen sich in fünf verschiedenen Gruppen unterteilen: Rotweingläser, Weißweingläser, Sekt- oder Champagnergläser, Portweingläser und Dekanter. Für den normalen Weingenuss zu Hause, ist es jedoch nicht nötig, so viele verschiedene Weingläser im Regal stehen zu haben. Es reichen schon zwei bis drei Arten von Weingläsern, um darin auch verschiedene Sorten zu trinken. Wer etwa je eine mittelgroße Sorte Rotweingläser, Weißweingläser und dazu noch einen Satz Sektgläser im Haus hat, ist damit schon sehr gut ausgestattet. Das vieleitigste Weinglas für einen universellen Trinkgenuss ist ein mittelgroßes Glas mit Eiform.

Rotweingläser und Weißweingläser

Rotweingläser sind besonders für facettenreiche und kräftige Rotweine geeignet. Vor allem die etwas größeren Bordeaux-Gläser und Burgunder-Gläser bieten dem Rotwein genügend Oberfläche, so dass sich komplexen Aromastoffe voll entfalten können. Weißweingläser hingegen sind etwas kleiner und für den Genuss leichter Weißweine geeignet.

Das Design

Bei der Wahl des Designs greift man am Besten zu klassischen und schlichten Formen. Neumodische Weingläser mit Mustern oder Verzierungen im Glas lenken nur vom optischen Eindruck und der Farbfülle des Weines ab.

Auf den Wein kommt es an

Auch wenn das richtige Weinglas einen Wein perfekt zur Geltung bringen kann, so vollbringt es dennoch keine Wunder. Ein schlechter Wein wird auch im besten Weinglas nicht schmecken! Ein hochwertiger Wein hingegen kann sich in einem guten Weinglas von seiner besten Seite zeigen. So wird das Weintrinken auch zum optischen Erlebnis!

Robbie und der Chardonnay

Wein und Musik

Die musikalische Note im Wein – Copyright by Flickr/Kurverwaltung Meran|o Azienda di Soggiorno

Heute geht es um den Zusammenhang zwischen Musik und dem Geschmack des Weins – ein spannendes Thema!

Der chilenische Weinhersteller Aurelio Montes führte in Zusammenarbeit mit schottischen Wissenschaftlern der psychologischen Fakultät der Universität Edinburgh eine aufschlussreiche Studie zum Thema Wein und Musik durch. Die Feldstudie untersuchte, in welchem Maße Musik das subjektive Geschmackserlebnis beim Weintrinken beeinflussen kann.

Zu diesem Zweck wurden insgesamt 250 Probanden vom Campus der Universität rekrutiert und erhielten jeweils ein Glas Wein, im Gegenzug zur Beantwortung einiger Fragen über den Geschmack des Weines. Die Testpersonen tranken den Wein jeweils in einem von fünf verschiedenen Zimmern, dass jedes mit einer anderen Musik beschallt wurde. Daraufhin wurden sie darum gebeten, den Geschmack des Weines nach festgelegten Parametern zu bewerten.

Der Leiter der Studie, Professor Adrian North, stellte nach Abschluss der Befragung fest, dass ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Musik und dem Geschmackserlebnis besteht. So sorgt ein kraftvolles Musikstück, wie etwa Car Orffs „Carmina Burana“ dazu, dass auch der dazu getrunkene Cabernet Sauvignon zu 60% kräftiger und reicher wahrgenommen wird, als wenn im Hintergrund keine Musik erklingt. Ebenso erscheint ein Chardonnay zu 40% frischer, wenn im Hintergrund Popmusik – wie etwa Robbie Williams „Rock DJ“ läuft.

Die theoretische Grundlage der Studie basiert auf der so genannten „cognitive priming theory“. Diese geht davon aus, dass durch Musik bestimmte Areale des Gehirns stimuliert werden. Trinkt man dazu noch Wein, sind die Hirnregionen bereits durch die Musik aktiviert und das subjektive Empfinden überträgt sich auf den Wein.

Als passende Musik für Cabernet Sauvignon empfehlen die Wissenschaftler Jimi Hendrix Klassiker „All Along the Watchtower“ und „Won’t get fooled AGain“ von The Who. Chardonnay hingegen eignet sich besonders gut zu Robbie Williams „Rock DJ“, „Spinning Around“ von Kylie Minogue“ und „Atomic“ von Blondie. Ein Merlot schließlich lässt sich am besten zu den Klängen von Lionel Ritchies „Easy“ oder Otis Reddings „Sitting On the Dock of the Bay“ genießen.

Der Studienleiter sieht sich durch das Ergebnis der Untersuchung darin bestätigt, dass die Auswahl von Musik das Verhalten der Menschen beeinflussen kann. Dies war für ihn auch nichts neues, denn in einer vorherigen Studie hatte North bereits den Einfluss von Musik auf die Wahl von Käufern im Supermarkt untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass die Konsumenten bei deutscher Blasmusik eher zu deutschen Weinen griffen, während bei französischen Chansons mehr Weine aus Frankreich gekauft wurden. Durch die neue Studie konnte aber erstmals bewiesen werden, dass die Wahl der Musik nicht nur das Kaufverhalten beeinflusst, sonder sogar das geschmackliche Erlebnis selber.

Weinhändler können aus diesem Ergebnis ganz neue Ansätze für ihre Marketingstrategien finden. So können etwa Winzer gleich passende Musikempfehlungen auf die Etiketten drucken und Restaurants passende musikalische Untermalung für den Hauswein aussuchen.

Auch der chilenische Weinhersteller Aurelio Montes  ist bereits darum bemüht, die Ergebnisse der Studie zur Verbesserung der eigenen Weine zu nutzen. Daher werden die Weine nicht nur in einem Feng-Shui optimierten Weinkeller lagern, sondern dürfen darüber hinaus auch noch zu den Klängen von  gregorianischen Chören ihre volle Reife erlangen. Dadurch soll dem Wein ein ganz besonderer Charakter verliehen werden. Auch denkt das Weinhaus bereits darüber nach, musikalische Empfehlungen für seine Erzeugnisse auszusprechen.

Vielleicht sucht ihr ja das nächste Mal zum Essen neben dem passenden Wein auch die passende Musik dazu aus. Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!

Viele Grüße,
euer Paul

Schöne neue Weinwelt!

Wie vielleicht mancher Weinfreund durch unsere Newsletter schon mitbekommen hat, haben wir das Sortiment von Vicampo.de stark erweitert. Seit kurzem sind bei uns auch ausländische Weine der Spitzenklasse erhältlich. Immer wieder haben Kunden auch ausländische Weine nachgefragt, nun decken wir den kompletten deutschen Weinmarkt ab – wobei unser Schwerpunkt nach wie vor auf der Vorstellung toller deutscher Weine liegen wird.

Für mich persönlich war die Sortimentserweiterung insofern extrem spannend, als dass wir die Chance hatten, einige der bekanntesten Weine der Welt zu verkosten. Manches hat mich schier umgehauen, bei anderem war ich mir nicht so sicher, ob nun mein Geschmack oder der Ruf der Weine nicht stimmt.

Vollends überzeugt hat mich jedoch das Weingut Penfolds, das australische Traditionshaus steht meiner Meinung nach vollkommen zurecht an der heutigen Stelle. Gegründet 1844 von dem Arzt Dr. Christopher Rawson Penfold, stand es zu Beginn vor allem für schwere Sherry Weine, die Penfold aus Trauben erzeugte, die er aus Frankreich mit nach Australien gebracht hatte. Allmählich jedoch begann er, die Linie des Hauses in Richtung Tafelweine zu verändern.

Da wäre zum einen der Bin 389, den “Grange des kleinen Mannes”. Ich hatte mir hier einen opulenten Geschmack notiert, rauchige Noten aus der Lagerung im Holzfass und eine feine Würze die auf eine extrem fruchtige Paprikanote trifft. Oder aber der Reserve Bin A Chardonnay, ein schwerer und extrem extraktreicher Wein. In der Nase an fruchtige Zitrone erinnernd, melden sich am Gaumen Cashewnüsse und Vanille – mit extrem langem Nachhall.

Diese beiden Weine sind nur Beispiele für die anspruchsvolle Wein-Vielfalt die sich weltweit bietet. Wobei diese beiden nicht unbedingt für den schmalen Geldbeutel gemacht sind. Aber hey, es geht auf Weihnachten zu. Und zu Kartoffelsalat mit Würstchen kann man sich ja auch mal was gönnen… Oder?

Beste Grüße,
Euer Paul

Abgespaced: Meteoriten-Wein

Für Freunde besonders ausgefallener Genüsse bietet sich das folgende Fundstück an: ein abgespaceder Wein mit Meteoritengeschmack. Tatsächlich ist es einem Weinbauern aus Chile gelungen, seinen Wein mit Meteoritenbruchstücken zu verfeinern, die mehr als 4 Milliarden Jahre alt sind. Ein wahrhaft kosmischer Genuss!

Der ursprünglich aus England stammende Winzer Ian Hutchinson verbindet mit diesem Meteoriten-Wein zwei seiner großen Leidenschaften – den Weinbau und die Astronomie. Tagsüber bestellt er sein Weingut Tremonte im chilenischen Cacapoal Valley, nahe der Stadt Santiago de Chile. Nachtsüber allerdings zieht es Hutchinson in gänzlich andere Sphären.

Weinberg des Weinguts Tremonte in Chile - Quelle: http://www.tremonte.cl/wines/galeria/foto20.html

Weinberg des Weinguts Tremonte in Chile – Quelle: www. tremonte.cl

In der Nähe seines Weingutes hat der Winzer und Hobbyastronom sich ein eigenes kleines Observatorium eingerichtet, das Centro Astronomica Tagua Tagua. Von hier aus kann er nicht nur seine Weinberge überblicken, sondern hat auch eine fantastische Sicht auf den Sternenhimmel und die Planeten in unserem Sonnensystem. Eines Nachts kam ihm beim Blick ans Firmament der Einfall, seine beiden großen Leidenschaften – die Winzerei und die Astronomie – miteinander zu verbinden. Schnell war die Idee geboren, einen seiner Weine mit einem Stück kosmischem Himmelsgestein zu versehen.

Dafür kam natürlich nicht ein simpler Gesteinsbrocken in Frage. Hutchinsons setzte sich viel mehr in den Kopf, ein besonders altes Meteoritenbruchstück zu besorgen, das ursprünglich vor rund 6000 Jahren vom Sternenhimmel in die Atacam-Wüste in Nord-Chile niedergeschlagen sein soll. Unterstützt wurde er dabei von Freunden, die ebenfalls begeisterte Hobby-Astronomen sind.

Ein kalifornischer Bekannter stiftete ihm so einen Teil des gesuchten Gesteins aus seiner privaten Meteoritensammlung. Für Hutchinson war es natürlich besonders wichtig, dass die Gesteinsfragmente für seinen Meteoriten-Wein auch in Chile aufgeschlagen waren. Ebenso hätte er Meteoritensplitter aus Afrika oder Asien nehmen können, doch er wollte bei dem Gestein im Erzeugerland des Weines, Chile bleiben. Kein Wunder also, dass er über die großzügige Spende seines Bekannten begeistert war.

Ausgestattet mit diesem seltenen Gesteinsbrocken konnte Hutchinson sich an die Arbeit machen, seinen Meteoriten-Wein herzustellen. Beim Experimentieren mit unterschiedlichen Rebsorten stellt sich heraus, dass einige Weine wie Merlot oder Shiraz sich überhaupt nicht mit dem Meteoritengestein vertrugen. In der edlen Weinsorte Cabernet Sauvignon fand er schließlich jedoch das perfekte Gegenstück zum Meteoritengestein. Hutchinson legte also während des Fermentationsprozesses die Gesteinsplitter in den Fässern ein, die Cabernet Sauvignon enthielten.

Meteroit - Copyright by Wikipedia/Meteorit Recon

Meteroit – Copyright by Wikipedia/Meteorit Recon

Nach dem Ende des Fermentationsprozesses war Hutchinson begeistert von der Qualität des Meteoriten-Weins. Im Vergleich zum regulären Cabernet Sauvignon schmeckt der mit Meteoriten verfeinerte Wein erheblich besser. Allerdings traute der Winzer seinem eigenen Urteil nicht ganz und holte sich daher Zweitmeinungen von einer Reihe verschiedener Wein-Connaisseure ein. Im Rahmen einer Blindverkosten kamen diese zum gleichen Ergebnis. Der astronomische Cabernet Sauvignon wurde eindeutig als der bessere Wein bewertet. Das Projekt Meteoriten-Wein war somit ein voller Erfolg für Hutchinson.

Wer sich selber von der Qualität des kosmischen Meteoriten-Weins überzeugen möchte, kann ihn im Observatorium Centro Astronomica Tagua Tagua oder auch in Hutchinsons Weingut Tremonte bestellen. Der Preis pro Flasche liegt bei fairen 10 Dollar. Auch bei der wahrhaft astronomischen Herkunft des Meteoriten-Weins ist der Winzer beim Preis also dennoch auf dem Boden der Tatsachen geblieben. Der Space-Wein ist übrigens nicht die einzige Idee des findigen Winzers. Auf seinem Weingut bietet Hutchinson auch Unterkünfte für Besucher an, die hier Meteoriten-Massagen mit echten Gesteinsbrocken aus dem Weltalls genießen können.

Hutchinson ist nicht der Einzige, der mit seltsamen Zutaten experimentiert. Der Artikel „Was kommt rein in den Wein?“ beschäftigt sich mit den zehn schrägsten Wein-Zutaten aller Zeiten.

Viele Grüße
Paul

Es ist wieder Federweißer-Zeit

Kaum wurden die ersten Weinreben gelesen, ist es auch schon wieder soweit und die Federweißer-Zeit beginnt. Hier in Mainz sind sie im Moment an jeder Ecke zu finden, kleine Buden die neuen Wein, den sogenannten Federweißer verkaufen. Und auch in vielen Gaststätten und auf den vielen Weinfesten bekommt man hier um diese Jahreszeit traditionell Federweißer und Zwiebelkuchen. Eine Kombination an die ich mich erst gewöhnen musste, mittlerweile aber für mich unwiderstehlich ist und einfach zum Herbst dazu gehört.

Jedes Jahr gegen Ende des Sommers, wenn die Luft langsam kühler wird und sich die Blätter färben, beginnt die Federweißer-Zeit. Der Federweißer ist das erste Produkt des neuen Jahrgangs, genauer gesagt frisch gepresster Traubensaft aus weißen Reben, der bereits angefangen hat zu gären. Die Saison beginnt mit der Lese der frühreifen Rebsorten Anfang September und geht bis Ende Oktober. Federweißer ist auch unter den Namen Sauser, Bitzler und Rauscher bekannt. Diese Namen beschreiben gut, was einen Federweißer ausmacht. Der süßliche Neue Wein verfügt über ein wenig Kohlensäure und bitzelt leicht auf der Zunge. Doch diese Spritzigkeit täuscht und schon so mancher wurde von Wirkung des Federweißers überrascht. Verkauft wird er meist ab einem Alkoholgehalt von 4%, der Traubenmost gärt aber immer weiter bis er circa 11% Alkoholgehalt hat.

Nicht nur der Alkoholgehalt, auch der Geschmack des Federweißers verändert sich mit zunehmender Gärung. Federweißer kann in unterschiedlichen Stadien genossen werden, je nachdem wie man ihn am liebsten mag. Wenn die Gärung des Traubensaft gerade erst begonnen hat, schmeckt der Neue Wein noch sehr süß – ähnlich wie Traubenmost, nur mit einem kleinen Bitzeln auf der Zunge. Mit zunehmender Gärung bekommt der Federweiße herbe Noten, das geht meist sehr schnell und so kann sich der Geschmack innerhalb von wenigen Stunden stark verändern. Ich kaufe immer sehr frischen Most und warte dann bis er den für mich perfekten Geschmack hat. Durch Temperatur kann der Gärprozess beeinflusst werden, Kühlung verlangsamt den Prozess, warme Temperaturen begünstigen ihn. Ist mir der Federweißer noch zu süß lasse ich ihn draußen bei Zimmertemperatur stehen, ist der Geschmack genau richtig kommt er in den Kühlschrank und wenn er schon zu sehr gegärt ist, kann man versuchen durch Mischen von frischen mit bereits gegärtem Traubensaft den richtigen Geschmack zu treffen. Zugegeben, das hört sich kompliziert an, dabei ist die Wahrheit recht einfach: Federweißer schmeckt eigentlich immer.

Glas Federweißer und ein stück Zwiebelkuchen

Federweißer und Zwiebelkuchen
Copyright by Wikipedia/4028mdk09

Und woher kommt der Name? Kurz nach der ersten Gärung, wenn sich der Zucker der Trauben in Alkohol umgewandelt hat, bekommt der Saft eine milchig-weiße Färbung. Zusätzlich werden die enthaltenen Schwebstoffe durch die, beim Gärungsprozess entstehende, Kohlensäure leicht durcheinandergewirbelt. Mit etwas Fantasie erinnert das an viele kleine weiße Federchen, daher stammt vermutlich der Name Federweißer. Wer darauf gekommen ist, muss dabei wohl einige Gläschen Federweißer genossen haben. In Deutschland erfreut sich der Federweißer immer größerer Beliebtheit und auch die rote Variante findet immer mehr Liebhaber. Der sogenannte Federrote wird aus roten Rebsorten, wie Dornfelder gewonnen und schmeckt etwas herber als die weiße Variante.

Zu einem Glas Federweißer esse ich am liebsten etwas deftiges. Hier in Mainz genießt man ihn traditionell zu einem frischen Stück Zwiebelkuchen, es passen aber auch gut andere herzhafte Gerichte, wie Quiche oder Flammkuchen dazu.

Viele Grüße
Paul

Was ist eigentlich Garagenwein?

Ist von Garagenwein die Rede, so werden schnell Assoziationen an billigen Wein geweckt, der sprichwörtlich in Garagen und Hinterhöfen zusammengebraut wird. Doch stimmt das wirklich?

Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Bei Garagenweinen handelt es sich um Erzeugnisse, die von kleinen Weingütern unter Berücksichtigung von höchsten Qualitätsansprüchen hergestellt werden.

Kleine Erträge pro Hektar Anbaufläche, ein bestmöglicher Reifegrad der Weinreben, eine starke Mostkonzentration und der Ausbau in brandneuen Barrique-Fässern – all dies zeichnet den Garagenwein aus. Häufig verwendete Rebsorten sind dabei Cabernet Sauvignon und Merlot. Anstatt spezifische Terroirs besonders zum Ausdruck zu bringen, folgen Garagenweine oftmals einer mehr internationalen Stilistik.

Bereits seit den 90er Jahren kursiert der Begriff Garagenwein unter Weinkennern. Die Weine sind äußerst begehrt und kommen auf Grund der niedrigen Stückzahlen in denen sie produziert werden nur selten in den regulären Handel. Wer einen Garagenwein genießen möchte, muss dafür schon in ein Feinschmeckerlokal gehen oder eine Flasche bei einer Weinauktion ergattern. Oftmals werden hier Höchstpreise von bis zu 1000 Euro pro Flasche erzielt, manchmal sogar noch mehr.

Losgetreten wurde der Garagenwein-Trend während der 90er Jahre von prominenten und Stars, die sich in ihrer Freizeit der Weinerzeugung widmeten. Da sie nicht aus finanziellen Interesse handelten, sondern den Weinbau als reines Hobby betrieben, konnten sie den Fokus allein auf höchstmögliche Qualität legen. Diese prominenten Winzer gönnten sich Weingüter mit nur kleinen Anbauflächen und waren angespornt von der Idee, preisgekrönte Spitzenweine zu erzeugen. So wurden die Garagenweine im Handumdrehen zu begehrten Produkten für Sammler, Investoren und Kenner.

Wo genau der Trend zum Garagenwein seinen Ursprung hat, ist umstritten. Sowohl das kalifornische Napa Valley, als auch das französische Bordelais beanspruchen dies für sich. Dabei haben beide jeweils eigene Erklärungen, wie der merkwürdige Name Garagenwein zustande gekommen ist. Die Amerikaner behaupten, der Begriff würde sich von den Softwareschmieden der 70er und 80er Jahre ableiten, wie etwa Microsoft oder Intel. Diese heutigen Softwaregiganten starteten ihren Erfolgskurs ebenfalls in kalifornischen Garagen.

Nach Aussage der Franzosen hingegen soll der Name Garagenwein sich auf die kleinen Stückzahlen beziehen, in denen diese Weine produziert werden. So kann die gesamte Jahresproduktion eines solchen Mikroweingutes problemlos in einer Garage aufbewahrt werden.

Wer auch immer die Bewegung gestartet hat, die Nachfrage nach Garagenwein ist ungebrochen. Inzwischen nutzen manche Weingüter den Trend bereits, um ihre Erzeugnisse inoffiziell unter dem Label Garagenwein auf den Markt zu werfen. Dahinter steckt dann nicht mehr der hohe Qualitätsanspruch ehrgeiziger Mikro-Weingüter, sondern lediglich geschicktes Marketing. Durch die Ausnutzung des bestehenden Kultfaktors und die Suggerierung niedriger Stückzahlen soll so der Umsatz angekurbelt werden.

Auch wenn der Garagenwein ein Kultobjekt ist, nicht alle sind von dem Trendwein begeistert. Kritiker wie der Franzose Patrick Dussert-Gerber werfen dem Garagenwein vor, keine eigenen Persönlichkeit zu haben. Jeder Jahrgang würde gleich schmecken und darüber hinaus würden die Garagenweine über kein gutes Reifepotential verfügen. Bereits nach wenigen Jahren würden sie stark abbauen.

Die Fans des Garagenweins lassen sich von solcherlei Kritik dennoch nicht von ihrem Objekt der Begierde abbringen. Bekannte Garagenweine aus Frankreich sind etwa der Le Pin, Château Valandraud, La Mondotte und Marojallia.

Auch in Deutschland gibt es einige Garagenweingute… Vielleicht kommt Ihr auf den Geschmack?

Beste Grüße,

Euer Paul

Veganer Wein? Gibts das?

Verhältnismäßig viele Leute aus meinem Freundeskreis ernähren sich mittlerweile vegetarisch oder sogar vegan. Sie verzichten also auf Fleisch, Fisch oder als Veganer sogar auf alle Inhaltsstoffe, die tierischen Ursprungs sind. Stattdessen leben sie von Getreide-Produkten wie z. B. Couscous, Sojaprodukte oder Lebensmitteln auf Seitan Basis. Was genau das bedeutet, ist im Falle von Wein gar nicht so einfach, oder haben sie schon einmal von der Fischblase gehört? Als ich letztens eine Party schmiss, kam also die Frage auf, ob Veganer Wein trinken dürfen bzw. ob sie sich weiterhin Ihren Chardonnay im Supermarkt kaufen dürfen. Dürfen Sie?

Nun, Wein trinken sollte doch für einen Veganer kein Problem sein, könnte man meinen. Schließlich handelt es sich beim Wein um ein rein pflanzliches Produkt, was somit auch für Veganer geeignet sein müsste. Tatsächlich dürfen Veganer jedoch nicht jeden Wein trinken. Bei der Produktion einiger Weine werden tierische Produkte wie Gelatine oder Eiklar verwendet, etwa um die im Wein enthaltenen Tannine zu binden oder den Wein zu klären. Bei anderen Weinen hingegen wird dieser Produktionsschritt mit Hilfe von natürlicher Mineralerde oder auch Kieselsäure vollzogen. Solche Weine darf also auch ein Veganer problemlos trinken.

Was versteht man unter veganer Ernährung?

Während der Vegetarismus lediglich auf Fleisch und Fisch bei der Ernährung verzichtet, geht der Veganismus noch einen Schritt weiter und lehnt jegliche tierischen Produkte komplett ab. Dazu gehören auch Milchprodukte, Eier und sogar Honig. Neben den strikten Veganern gibt es auch noch eine Reihe verschiedener Ausprägungen des Vegetarismus, wie etwa Lacto-Vegetarier, die Milchprodukte zu sich nehmen, Ovo-Vegetariern, die Eier essen, aber keine Milchprodukte, sowie Ovo-Lacto-Vegetarier, die lediglich auf Fleisch und Fisch verzichten.

Vegetarier im klassischen Sinne gibt es schon seit Pythagoras, der den Vegetarismus begründete und neben Fleisch und Fisch auch auf Eier und Milch verzichtete. Unter den Deutschen zählen knapp eine halbe Millionen Menschen zu den Veganern, während ungefähr 5 Millionen sich vegetarisch ernähren.

Ist Wein für Veganer geeignet?

Grundsätzlich ist Wein ein rein pflanzliches Erzeugnis, allerdings werden bei der Produktion einiger Weine auch tierische Produkte eingesetzt. Dazu gehören etwa Gelatine oder Bestandteile von Fischen (besagte Fischblase), um den Wein zu klären. Auch Milchprotein und Albumin kann im Wein enthalten sein oder zur Herstellung von Wein verwendet werden. Ganz ähnlich ist es auch bei Fruchtsäften, hier wird ebenfalls bei einigen Sorten Gelatine in der Produktion verwendet, um den Saft zu klären.

In solchen Fällen ist der Wein nicht für eine vegane Ernährung geeignet. Allerdings können statt dieser tierischen Produkte auch Bentonit, Mineralerde oder Kieselsäure eingesetzt werden. Solche Weine können problemlos auch von Veganern getrunken werden.

Wie findet man einen veganen Wein?

Seit dem Jahr 2012 müssen laut einer Richtlinie der Europäischen Kommission Bestandteile von Milch und Eiern im Wein auf dem Etikett aufgeführt werden, um somit allergischen Reaktionen vorzubeugen. Für Gelatine im Wein gibt es allerdings noch keine Kennzeichnungspflicht.

Anders sieht dies in Großbritannien aus, hier gibt es in den Co-op Lebensmittelgeschäften schwarze Etiketten auf Produkten, die für eine vegane Ernährung geeignet sind. Dazu gehört auch Wein. Auch eine Ampelkennzeichnung, welche den Fettgehalt in Lebensmitteln kennzeichnet, kann hier für Veganer wertvolle Rückschlüsse liefern. In Deutschland ist dies jedoch nicht der Fall.

Deutsche Konsumente sind daher darauf angewiesen, ihren Wein bei kompetenten Weinhändlern oder in entsprechenden Internet-Shops zu kaufen, wenn sie Wert auf eine strikt vegane Ernährung legen. Einige Weingüter sind besonders stolz darauf, sämtliche Erzeugnisse ohne Verwendung von tierischen Produkten zu produzieren. Dazu gehören etwa das ökologische Weingut Neumer, das Weingut Nico Scholtens oder das ökologische Weingut gänz, welches auch mit dem deutschen Vegansiegel ausgezeichnet ist.

Im Zweifelsfall können kompetente Fachhändler oder die Winzer selbst Auskunft darüber geben, ob ihre Produkte auch für Veganer geeignet sind. Hat man erstmal solch einen vertrauenswürdigen und kompetenten Lieferanten gefunden, kann man sich mehrere Weinezum Probieren bestellen und so den veganen Stamm-Wein entdecken.

Wie auch immer: Sich über seine Ernährung Gedanken zu machen ist kein Fehler. Deshalb finde ich Vegetarismus oder Veganismus unterstützenswert und verzichte weitest gehend auf Fleisch und Fisch. Ihr auch?

Beste Grüße,
Euer Paul