Wer ist eigentlich dieser Robert Parker?

Robert Parker - ein wichtiger Mann in der Weinbranche - (c) wikipedia/winestem

Robert Parker – ein wichtiger Mann in der Weinbranche – © wikipedia/winestem

Und wo kommen denn die Parker Punkte immer her? Das habe ich mich gefragt und mal ein bisschen recherchiert.

Die Bewertungen von Robert Parker, die so genannten Parker-Punkte, haben viel Gewicht in der Weinwelt. Der gebürtige Amerikaner machte ursprünglich eine Ausbildung zum Rechtsanwalt und war bis 1984 für eine Bank in Baltimore tätig, widmet sich jedoch seit bereits drei Dekaden dem Weinjournalismus. Parker gilt inzwischen als einer der einflussreichsten Weinkritiker weltweit und seine Bewertungen von Weinen üben einen großen Einfluss auf die Preise am Weinmarkt aus.

Bei seinem Bewertungssystem der Parker-Punkte orientiert sich der Weinkritiker am Notensystem der amerikanischen Schulen und vergibt zwischen 50 und 100 Punkten. Ein Wein mit 50 bis 69 Punkten ist dabei gerade mal unterdurchschnittlich, wobei 96 bis 100 Punkte für absolute Spitzenweine vorbehalten sind. Darüber hinaus vergibt der Weinkritiker ein „+“ für Weine, denen er ein besonders gutes Reifungspotential bescheinigt.

Erhält ein Wein mehr als 96 Parker Punkte, steigt der Preis oftmals um das doppelte an, da Parkers Höchstnoten unter Weinkennern als Qualitätssiegel gelten und die Nachfrage dementsprechend in die Höhe treiben. Besonders auf französische, italienische und amerikanische Weine hat es der Experte abgesehen, aber auch deutsche, australische und spanische Weine erfahren von Parker immer mehr Beachtung.

Seine Weinbewertungen sind in seinem eigenen Newsletter, „The Wine Advocate“, sowie in mehreren Büchern veröffentlicht. Unterstützt wird der Experte dabei von einem mehrköpfigen Team von Weinverkostern. Darüber hinaus veröffentlicht Parker jedes Jahr den „Vintage Guide“, in dem aktuelle Weine aus den wichtigsten Anbauregionen bewertet werden. Der Newsletter von Robert Parker hat gerade mal etwa 50.000 Käufer weltweit, übt aber dennoch einen immensen Einfluss auf die Weinbranche aus. Parker gilt als absolute Ausnahmefigur der Weinszene und kann die Nachfrage nach bestimmten Weinen in die Höhe treiben, wie kein zweiter.

Dabei hat sich Parker nicht nur Freunde in der Weinbranche gemacht. Einige Weinkritiker äußerten scharfe Kritik an seiner einflussreichen Stellung und warfen ihm vor, zu einer geringeren Vielfalt beim Wein beizutragen. Durch den starken Einfluss der Parker Punkte auf die Nachfrage nach bestimmten Weinsorten, würden viele Winzer ihre Weine nur noch so ausbauen, dass sie auch eine gute Bewertung des Kenners erhielten – so die Aussage der Kritiker.

So hätten etwa italienische Winzer eine Zeit lang versucht, französische Bordeaux-Weine zu imitieren, da diese regelmäßig eine hohe Anzahl an Parker Punkten erhielten. Dies führte zu einem Überangebot einer bestimmten Sorte von Wein. Einige amerikanische Weingüter bieten sogar Beratungsdienstleistungen an, wie Weine „parkerisiert“ werden können. Durch die Verwendung spezieller Techniken soll der Wein so an das Parker-System angepasst werden und eine bessere Punktzahl erzielen können.

2012 verkaufte Robert Parker einen großen Teil seines „The Wine Advocate“ Newsletters an asiatische Investoren und gab auch die Chefredaktion ab. Angeblich soll die Übernahme ganze 15 Milliarden US-Dollar gekostet haben. Damit begab er sich allerdings nicht in den Ruhestand, sondern zog sich lediglich aus dem Tagesgeschäft seines Newsletters zurück. Auch weiterhin wird der Kenner besonders französische Bordeaux-Weine bewerten. Während der Newsletter allerdings lange Zeit ohne Werbung auskam, wird er nach der Übernahme auch kommerzielle Anzeigen enthalten.

Für die Vormachtstellung des „Wine Advocate“ dürfte sich durch die Übernahme allerdings nicht viel ändern. Auch weiterhin werden die Parker-Punkte einen großen Einfluss auf die Weinwelt ausüben.

Das richtige Weinglas!

Wein und Musik

Ich bin zugegebenermaßen nicht unbedingt der größte Ästhet. Wie so viele Weintrinker mache ich mir meist keine Gedanken, ob das Weinglas überhaupt zum Wein passt, warum auch? Schmeckt ein Wein von Antinori oder Penfolds besser, weil man ein bestimmtes Glas benutzt? Ich bin der Sache mal auf den Grund gegangen, denn seien wir ehrlich: Häufig wird einfach das Glas genommen, was gerade zur Hand ist oder man orientiert sich an Weingläsern aus Restaurants und Gaststätten. Allerdings gibt es zu jeder Art von Wein ein eigenes Glas! Wie sieht also das perfekte Weinglas aus und welches Weinglas passt zu welcher Weinsorte?

Die klassische Tulpenform

Grundsätzlich sollte ein Weinglas die klassische Tulpenform haben, also einen langen Stiel und einen Kelch, der von der Form an eine Tulpe erinnert. Diese Tulpenform hat verschiedene Vorteile. Einerseits kann man ein solches Weinglas am Stiel greifen und erwärmt dadurch nicht den enthaltenen Wein über die Handfläche. Andererseits lässt sich diese Glasform sehr gut schwenken und ermöglicht es so, die Aromastoffe des Weines freizusetzen und besser über die Nase aufzunehmen.

Dünnwandiges Glas

Neben der Tulpenform sollte das Weinglas auch aus dünnwandigem Glas hergestellt sein und keinen Schliff haben. Das dünne Glas erlaubt einen unmittelbaren Genuss des Weines, da man bei solchen Gläsern beim Trinken die Lippen spitzt. So hat der Wein als erstes Kontakt mit der Zungenspitze und kann sämtliche Geschmacksnerven stimulieren, bevor er sich im Rest des Mundes verteilt. Noch dazu beeinflusst ein dünnwandiges Weinglas die Temperatur des enthaltenen Weines weniger, als dies bei dickem Glas der Fall ist.

Das Weinglas und der Weingenuss

Was ich nicht wusste: Die Größe und Form des Weinglases hat eine spürbare Auswirkung auf das Bukett eines Weines. Je größer das Glas, desto mehr Sauerstoff hat Kontakt zum Wein. Das bedeutet, dass sich die im Wein enthaltenen Aromen besser entfalten können und so ein runderes Bukett erzeugen. Deshalb gilt auch grundsätzlich die Empfehlung, ältere Weine aus größeren Weingläsern zu trinken. Die unterschiedlichen Glashersteller gehen sogar so weit, für jede Weinsorte ein eigenes Glas anzubieten.

Die verschiedenen Arten von Weingläsern

Weingläser lassen sich in fünf verschiedenen Gruppen unterteilen: Rotweingläser, Weißweingläser, Sekt- oder Champagnergläser, Portweingläser und Dekanter. Für den normalen Weingenuss zu Hause, ist es jedoch nicht nötig, so viele verschiedene Weingläser im Regal stehen zu haben. Es reichen schon zwei bis drei Arten von Weingläsern, um darin auch verschiedene Sorten zu trinken. Wer etwa je eine mittelgroße Sorte Rotweingläser, Weißweingläser und dazu noch einen Satz Sektgläser im Haus hat, ist damit schon sehr gut ausgestattet. Das vieleitigste Weinglas für einen universellen Trinkgenuss ist ein mittelgroßes Glas mit Eiform.

Rotweingläser und Weißweingläser

Rotweingläser sind besonders für facettenreiche und kräftige Rotweine geeignet. Vor allem die etwas größeren Bordeaux-Gläser und Burgunder-Gläser bieten dem Rotwein genügend Oberfläche, so dass sich komplexen Aromastoffe voll entfalten können. Weißweingläser hingegen sind etwas kleiner und für den Genuss leichter Weißweine geeignet.

Das Design

Bei der Wahl des Designs greift man am Besten zu klassischen und schlichten Formen. Neumodische Weingläser mit Mustern oder Verzierungen im Glas lenken nur vom optischen Eindruck und der Farbfülle des Weines ab.

Auf den Wein kommt es an

Auch wenn das richtige Weinglas einen Wein perfekt zur Geltung bringen kann, so vollbringt es dennoch keine Wunder. Ein schlechter Wein wird auch im besten Weinglas nicht schmecken! Ein hochwertiger Wein hingegen kann sich in einem guten Weinglas von seiner besten Seite zeigen. So wird das Weintrinken auch zum optischen Erlebnis!

Es ist wieder Federweißer-Zeit

Kaum wurden die ersten Weinreben gelesen, ist es auch schon wieder soweit und die Federweißer-Zeit beginnt. Hier in Mainz sind sie im Moment an jeder Ecke zu finden, kleine Buden die neuen Wein, den sogenannten Federweißer verkaufen. Und auch in vielen Gaststätten und auf den vielen Weinfesten bekommt man hier um diese Jahreszeit traditionell Federweißer und Zwiebelkuchen. Eine Kombination an die ich mich erst gewöhnen musste, mittlerweile aber für mich unwiderstehlich ist und einfach zum Herbst dazu gehört.

Jedes Jahr gegen Ende des Sommers, wenn die Luft langsam kühler wird und sich die Blätter färben, beginnt die Federweißer-Zeit. Der Federweißer ist das erste Produkt des neuen Jahrgangs, genauer gesagt frisch gepresster Traubensaft aus weißen Reben, der bereits angefangen hat zu gären. Die Saison beginnt mit der Lese der frühreifen Rebsorten Anfang September und geht bis Ende Oktober. Federweißer ist auch unter den Namen Sauser, Bitzler und Rauscher bekannt. Diese Namen beschreiben gut, was einen Federweißer ausmacht. Der süßliche Neue Wein verfügt über ein wenig Kohlensäure und bitzelt leicht auf der Zunge. Doch diese Spritzigkeit täuscht und schon so mancher wurde von Wirkung des Federweißers überrascht. Verkauft wird er meist ab einem Alkoholgehalt von 4%, der Traubenmost gärt aber immer weiter bis er circa 11% Alkoholgehalt hat.

Nicht nur der Alkoholgehalt, auch der Geschmack des Federweißers verändert sich mit zunehmender Gärung. Federweißer kann in unterschiedlichen Stadien genossen werden, je nachdem wie man ihn am liebsten mag. Wenn die Gärung des Traubensaft gerade erst begonnen hat, schmeckt der Neue Wein noch sehr süß – ähnlich wie Traubenmost, nur mit einem kleinen Bitzeln auf der Zunge. Mit zunehmender Gärung bekommt der Federweiße herbe Noten, das geht meist sehr schnell und so kann sich der Geschmack innerhalb von wenigen Stunden stark verändern. Ich kaufe immer sehr frischen Most und warte dann bis er den für mich perfekten Geschmack hat. Durch Temperatur kann der Gärprozess beeinflusst werden, Kühlung verlangsamt den Prozess, warme Temperaturen begünstigen ihn. Ist mir der Federweißer noch zu süß lasse ich ihn draußen bei Zimmertemperatur stehen, ist der Geschmack genau richtig kommt er in den Kühlschrank und wenn er schon zu sehr gegärt ist, kann man versuchen durch Mischen von frischen mit bereits gegärtem Traubensaft den richtigen Geschmack zu treffen. Zugegeben, das hört sich kompliziert an, dabei ist die Wahrheit recht einfach: Federweißer schmeckt eigentlich immer.

Glas Federweißer und ein stück Zwiebelkuchen

Federweißer und Zwiebelkuchen
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Und woher kommt der Name? Kurz nach der ersten Gärung, wenn sich der Zucker der Trauben in Alkohol umgewandelt hat, bekommt der Saft eine milchig-weiße Färbung. Zusätzlich werden die enthaltenen Schwebstoffe durch die, beim Gärungsprozess entstehende, Kohlensäure leicht durcheinandergewirbelt. Mit etwas Fantasie erinnert das an viele kleine weiße Federchen, daher stammt vermutlich der Name Federweißer. Wer darauf gekommen ist, muss dabei wohl einige Gläschen Federweißer genossen haben. In Deutschland erfreut sich der Federweißer immer größerer Beliebtheit und auch die rote Variante findet immer mehr Liebhaber. Der sogenannte Federrote wird aus roten Rebsorten, wie Dornfelder gewonnen und schmeckt etwas herber als die weiße Variante.

Zu einem Glas Federweißer esse ich am liebsten etwas deftiges. Hier in Mainz genießt man ihn traditionell zu einem frischen Stück Zwiebelkuchen, es passen aber auch gut andere herzhafte Gerichte, wie Quiche oder Flammkuchen dazu.

Viele Grüße
Paul

Veganer Wein? Gibts das?

Verhältnismäßig viele Leute aus meinem Freundeskreis ernähren sich mittlerweile vegetarisch oder sogar vegan. Sie verzichten also auf Fleisch, Fisch oder als Veganer sogar auf alle Inhaltsstoffe, die tierischen Ursprungs sind. Stattdessen leben sie von Getreide-Produkten wie z. B. Couscous, Sojaprodukte oder Lebensmitteln auf Seitan Basis. Was genau das bedeutet, ist im Falle von Wein gar nicht so einfach, oder haben sie schon einmal von der Fischblase gehört? Als ich letztens eine Party schmiss, kam also die Frage auf, ob Veganer Wein trinken dürfen bzw. ob sie sich weiterhin Ihren Chardonnay im Supermarkt kaufen dürfen. Dürfen Sie?

Nun, Wein trinken sollte doch für einen Veganer kein Problem sein, könnte man meinen. Schließlich handelt es sich beim Wein um ein rein pflanzliches Produkt, was somit auch für Veganer geeignet sein müsste. Tatsächlich dürfen Veganer jedoch nicht jeden Wein trinken. Bei der Produktion einiger Weine werden tierische Produkte wie Gelatine oder Eiklar verwendet, etwa um die im Wein enthaltenen Tannine zu binden oder den Wein zu klären. Bei anderen Weinen hingegen wird dieser Produktionsschritt mit Hilfe von natürlicher Mineralerde oder auch Kieselsäure vollzogen. Solche Weine darf also auch ein Veganer problemlos trinken.

Was versteht man unter veganer Ernährung?

Während der Vegetarismus lediglich auf Fleisch und Fisch bei der Ernährung verzichtet, geht der Veganismus noch einen Schritt weiter und lehnt jegliche tierischen Produkte komplett ab. Dazu gehören auch Milchprodukte, Eier und sogar Honig. Neben den strikten Veganern gibt es auch noch eine Reihe verschiedener Ausprägungen des Vegetarismus, wie etwa Lacto-Vegetarier, die Milchprodukte zu sich nehmen, Ovo-Vegetariern, die Eier essen, aber keine Milchprodukte, sowie Ovo-Lacto-Vegetarier, die lediglich auf Fleisch und Fisch verzichten.

Vegetarier im klassischen Sinne gibt es schon seit Pythagoras, der den Vegetarismus begründete und neben Fleisch und Fisch auch auf Eier und Milch verzichtete. Unter den Deutschen zählen knapp eine halbe Millionen Menschen zu den Veganern, während ungefähr 5 Millionen sich vegetarisch ernähren.

Ist Wein für Veganer geeignet?

Grundsätzlich ist Wein ein rein pflanzliches Erzeugnis, allerdings werden bei der Produktion einiger Weine auch tierische Produkte eingesetzt. Dazu gehören etwa Gelatine oder Bestandteile von Fischen (besagte Fischblase), um den Wein zu klären. Auch Milchprotein und Albumin kann im Wein enthalten sein oder zur Herstellung von Wein verwendet werden. Ganz ähnlich ist es auch bei Fruchtsäften, hier wird ebenfalls bei einigen Sorten Gelatine in der Produktion verwendet, um den Saft zu klären.

In solchen Fällen ist der Wein nicht für eine vegane Ernährung geeignet. Allerdings können statt dieser tierischen Produkte auch Bentonit, Mineralerde oder Kieselsäure eingesetzt werden. Solche Weine können problemlos auch von Veganern getrunken werden.

Wie findet man einen veganen Wein?

Seit dem Jahr 2012 müssen laut einer Richtlinie der Europäischen Kommission Bestandteile von Milch und Eiern im Wein auf dem Etikett aufgeführt werden, um somit allergischen Reaktionen vorzubeugen. Für Gelatine im Wein gibt es allerdings noch keine Kennzeichnungspflicht.

Anders sieht dies in Großbritannien aus, hier gibt es in den Co-op Lebensmittelgeschäften schwarze Etiketten auf Produkten, die für eine vegane Ernährung geeignet sind. Dazu gehört auch Wein. Auch eine Ampelkennzeichnung, welche den Fettgehalt in Lebensmitteln kennzeichnet, kann hier für Veganer wertvolle Rückschlüsse liefern. In Deutschland ist dies jedoch nicht der Fall.

Deutsche Konsumente sind daher darauf angewiesen, ihren Wein bei kompetenten Weinhändlern oder in entsprechenden Internet-Shops zu kaufen, wenn sie Wert auf eine strikt vegane Ernährung legen. Einige Weingüter sind besonders stolz darauf, sämtliche Erzeugnisse ohne Verwendung von tierischen Produkten zu produzieren. Dazu gehören etwa das ökologische Weingut Neumer, das Weingut Nico Scholtens oder das ökologische Weingut gänz, welches auch mit dem deutschen Vegansiegel ausgezeichnet ist.

Im Zweifelsfall können kompetente Fachhändler oder die Winzer selbst Auskunft darüber geben, ob ihre Produkte auch für Veganer geeignet sind. Hat man erstmal solch einen vertrauenswürdigen und kompetenten Lieferanten gefunden, kann man sich mehrere Weinezum Probieren bestellen und so den veganen Stamm-Wein entdecken.

Wie auch immer: Sich über seine Ernährung Gedanken zu machen ist kein Fehler. Deshalb finde ich Vegetarismus oder Veganismus unterstützenswert und verzichte weitest gehend auf Fleisch und Fisch. Ihr auch?

Beste Grüße,
Euer Paul

Back to the roots! Oder: was hat es eigentlich mit diesen Amphoren auf sich?

Seit einiger Zeit stoße ich immer wieder Im Netz und in der einschlägigien Fachliteratur auf Berichte oder Verkostungsnotizen über sog. Amphorenweine. Die einen loben diese Weine in den Himmel, die anderen meckern über die erdigen Töne. Amphorenwein klingt immer ein wenig nach Mittelaltermarkt wie ich finde, und deswegen möchte ich jetzt an dieser Stelle einfach mal informieren, was es mit diesen Amphorenweinen auf sich hat.

Amphorenweine werden auch als Quevri-Weine bezeichnet, da die Amphoren ursprünglich aus Georgien stammen, wo sie eben als Quevri bezeichnet wurden. Die Quevris sind riesige Tongefäße, innen mit einer Schicht aus Bienenwachs ausgekleidet, um die allzu großen Poren zu verschliessen. Die Quevris werden nach der Ernte mit den entrappten Trauben gefüllt und vergraben! Ja wirklich, man vergräbt diese riesigen Tongefäße unter der Erde und überlässt sie dann quasi sich selbst. Innerhalb der Tongefäße fangen die Trauben langsam aber sicher an zu gären.

Copyright by Wikipedia/Traubenberger

Mögliche Größe eines Quevri – Copyright by Wikipedia/Traubenberger

Innerhalb von etwa einem halben Jahr werden die Trauben zu Wein. Man spricht deswegen auch von „Weinwerdung“ anstatt von „Weinbereitung“, da der Mensch hier gänzlich wenig zutut, um den Wein enstehen zu lassen. Die Temperatur und der Sauerstoffgehalt ist unter der Erde konstant gleich. Durch den Ton gelangt grade so viel Luft an die Trauben, dass es für eine sanfte Mikrooxidation ( kontinuierliche Zugabe von Sauerstoff zur Farbstabilisierung und Gerbstoffverfeinerung) ausreicht. Durch den ständigen Kontakt zu den Traubenschalen werden gänzlich alle Polyphenole und Farbstoffe aus den Trauben ausgelaugt. Das Ergebnis ist laut den Beschreibungen ein so ganz anderer Wein, als es der mitteleuropäische Gaumen gewöhnt ist. Mit den konventionell hergestellten Massenweinen hat der Amphorenwein kaum etwas zu tun. Zudem ist er, auch geöffnet und dunkel und kühl gelagert, Monate haltbar, so stabil soll er wohl sein. Welcher Wein kann das schon von sich behaupten?! Dieser Wein schmeckt wie Wein, den es vor Jahrtausenden schon gab. Geschichte pur!Ich finde diese altertümliche Art der Weinbereitung hoch interessant. Manchmal ist weniger eben mehr.

Entstanden ist diese älteste Art der Weinbereitung wohl gleichzeitg mit der Entwicklung der Töpferskunst. Im Neolithikum begann man mit dem Vergraben der Amphoren und schon damals waren die daraus enstehenden Weine hoch geschätzt. In Georgien wird diese alte Kunst noch immer vo einigen Winzern betrieben, und auch im Rest Europas gibt es mitlerweile einige Winzer, die Amphorenwein herstellen. Der biodynamisch arbeitende Winzer Bernhard Ott aus Österreich beispielsweise, oder Josko Gravner aus Italien. Ein großes Problem ist jedoch die Verfügbarkeit der Quevris. Nur wenige Töpfer beherrschen die Handwerkskunst, die riesigen Gefäße herzustellen. In Georgien sind es scheinbar lediglich noch 5 Menschen überhaupt, die Amphoren herstellen können. Das erklärt dann auch die ziemlich hohen Preise und die limitierte Verfügbarkeit der Weine bei uns.

Zum Thema des biodynamischen Weinbaus passen die Weine aus den historischen Quevris extrem gut. Im Weinberg schon arbeiten die Reben autonom, werden vom Winzer nur in ihren Kräften unterstützt und gestärkt, und ebenso dann in der Amphore. Back to the roots also!

Wenn ich die Gelegenheit bekomme, dann werde ich definitv einen Amphorenwein probieren, dieses Geschmackserlebnis und diese Rückführung in vergangene Zeiten will ich mir nicht entgehen lassen.

5 Tipps zur Weinlagerung

Die Profis unter uns wissen es schon: Die perfekte Weinlagerung ist eine Kunst für sich. Grundsätzlich gilt, dass der Großteil der Weine nicht für eine lange Lagerung geeignet ist und daher möglichst jung getrunken werden sollte. Bei einem guten Weinfachhändler sollte man nicht nur Wein kaufen können. Er sollte Sie auch informieren, welche Rebsorten überhaupt zur längeren Lagerung geeignet sind und nach wieviel Jahren eine Sorte ihre optimale Trinkreife erreicht. Wer also größere Mengen Wein zu Hause lagern möchte, ist gut beraten, über jede Flasche genau Buch zu führen. Somit kann verhindert werden, dass von einem einst edlen Tropfen nur noch Essig übrig bleibt.

Zur Lagerung ans ich sollte man einfach nur die folgenden 5 Tipps befolgen…

  • Den Wein Kühl lagern! Ideal zur Lagerung ist eine Temperatur von ca. 16 Grad Celsius. Hohe Temperaturen sind äußerst schädlich für Weine und sollten auf jeden Fall vermieden werden. Wichtig ist auch, die Lagertemperatur konstant zu halten. Am besten geeignet ist dazu die Lagerung im Keller.
  • Hohe Luftfeuchtigkeit im Lagerraum erhöht die Lebenszeit! Die Luftfeuchtigkeit im sollte nicht unter 60% liegen, da sich sonst der Korken zusammenzieht und Luft an den Wein gelangen kann. Allerdings sollte die Luftfeuchtigkeit auch nicht zu hoch sein. Bei über 80% besteht die Gefahr, dass das Etikett schimmelt.
  • Wein liegend lagern! Der Wein sollte auf jeden Fall im Liegen oder zumindest in Schräglage aufbewahrt werden.  Dadurch wird verhindert, dass der Korken austrocknet und Luft an den Wein gelangt.
  • Dunkel lagern! Starker Lichteinfluss schadet dem Wein und sollte auf jeden Fall vermieden werden. Auch hier ist ein Weinkeller der ideale Aufbewahrungsort.
  • Das richtige Equipment! Zur längeren Lagerung sollten man darüber nachdenken, entsprechendes Equipment anzuschaffen. Thermometer & Hygrometer helfen dabei, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im idealen Rahmen zu halten. Auch ein Weinklimaschrank kann eine sinnvolle Anschaffung für Weinfreunde sein. Das Weinregal sollte am besten aus Stahl oder Plastik sein. Holzregale können mit der Zeit anfangen zu schimmeln oder von Schädlingen befallen werden.

Noch ein Zusatztipp für alle Smartphone-Nutzer: Setzen Sie auf Ihr Mobilgerät, um die Lagerung zu perfektionieren. Mit verschiedenen Apps für das iPhone oder Android-Handys ist es ganz einfach, den Weinkeller zu verwalten und so die Trinkreife der einzelnen Weine im Auge zu behalten.Meist bieten diese kostenlosen Apps auch noch Hintergrundinformationen zu dem jeweiligen Weingut, der Weinregion oder der Rebsorte an.

Ich hoffe, Euch helfen diese Tipps zum besseren Weingenuss…

Beste Grüße,

Euer Paul