Wer ist eigentlich dieser Robert Parker?

Robert Parker - ein wichtiger Mann in der Weinbranche - (c) wikipedia/winestem

Robert Parker – ein wichtiger Mann in der Weinbranche – © wikipedia/winestem

Und wo kommen denn die Parker Punkte immer her? Das habe ich mich gefragt und mal ein bisschen recherchiert.

Die Bewertungen von Robert Parker, die so genannten Parker-Punkte, haben viel Gewicht in der Weinwelt. Der gebürtige Amerikaner machte ursprünglich eine Ausbildung zum Rechtsanwalt und war bis 1984 für eine Bank in Baltimore tätig, widmet sich jedoch seit bereits drei Dekaden dem Weinjournalismus. Parker gilt inzwischen als einer der einflussreichsten Weinkritiker weltweit und seine Bewertungen von Weinen üben einen großen Einfluss auf die Preise am Weinmarkt aus.

Bei seinem Bewertungssystem der Parker-Punkte orientiert sich der Weinkritiker am Notensystem der amerikanischen Schulen und vergibt zwischen 50 und 100 Punkten. Ein Wein mit 50 bis 69 Punkten ist dabei gerade mal unterdurchschnittlich, wobei 96 bis 100 Punkte für absolute Spitzenweine vorbehalten sind. Darüber hinaus vergibt der Weinkritiker ein „+“ für Weine, denen er ein besonders gutes Reifungspotential bescheinigt.

Erhält ein Wein mehr als 96 Parker Punkte, steigt der Preis oftmals um das doppelte an, da Parkers Höchstnoten unter Weinkennern als Qualitätssiegel gelten und die Nachfrage dementsprechend in die Höhe treiben. Besonders auf französische, italienische und amerikanische Weine hat es der Experte abgesehen, aber auch deutsche, australische und spanische Weine erfahren von Parker immer mehr Beachtung.

Seine Weinbewertungen sind in seinem eigenen Newsletter, „The Wine Advocate“, sowie in mehreren Büchern veröffentlicht. Unterstützt wird der Experte dabei von einem mehrköpfigen Team von Weinverkostern. Darüber hinaus veröffentlicht Parker jedes Jahr den „Vintage Guide“, in dem aktuelle Weine aus den wichtigsten Anbauregionen bewertet werden. Der Newsletter von Robert Parker hat gerade mal etwa 50.000 Käufer weltweit, übt aber dennoch einen immensen Einfluss auf die Weinbranche aus. Parker gilt als absolute Ausnahmefigur der Weinszene und kann die Nachfrage nach bestimmten Weinen in die Höhe treiben, wie kein zweiter.

Dabei hat sich Parker nicht nur Freunde in der Weinbranche gemacht. Einige Weinkritiker äußerten scharfe Kritik an seiner einflussreichen Stellung und warfen ihm vor, zu einer geringeren Vielfalt beim Wein beizutragen. Durch den starken Einfluss der Parker Punkte auf die Nachfrage nach bestimmten Weinsorten, würden viele Winzer ihre Weine nur noch so ausbauen, dass sie auch eine gute Bewertung des Kenners erhielten – so die Aussage der Kritiker.

So hätten etwa italienische Winzer eine Zeit lang versucht, französische Bordeaux-Weine zu imitieren, da diese regelmäßig eine hohe Anzahl an Parker Punkten erhielten. Dies führte zu einem Überangebot einer bestimmten Sorte von Wein. Einige amerikanische Weingüter bieten sogar Beratungsdienstleistungen an, wie Weine „parkerisiert“ werden können. Durch die Verwendung spezieller Techniken soll der Wein so an das Parker-System angepasst werden und eine bessere Punktzahl erzielen können.

2012 verkaufte Robert Parker einen großen Teil seines „The Wine Advocate“ Newsletters an asiatische Investoren und gab auch die Chefredaktion ab. Angeblich soll die Übernahme ganze 15 Milliarden US-Dollar gekostet haben. Damit begab er sich allerdings nicht in den Ruhestand, sondern zog sich lediglich aus dem Tagesgeschäft seines Newsletters zurück. Auch weiterhin wird der Kenner besonders französische Bordeaux-Weine bewerten. Während der Newsletter allerdings lange Zeit ohne Werbung auskam, wird er nach der Übernahme auch kommerzielle Anzeigen enthalten.

Für die Vormachtstellung des „Wine Advocate“ dürfte sich durch die Übernahme allerdings nicht viel ändern. Auch weiterhin werden die Parker-Punkte einen großen Einfluss auf die Weinwelt ausüben.