Der Start ins Weinjahr 2014

Herrlich: Weintrauben im Sonnenschein - © pixabay/Optimusius1

Herrlich: Weintrauben im Sonnenschein – © pixabay/Optimusius1

Nachdem das Weinjahr 2013 vor allem von den Launen der Natur geprägt war, präsentiert sich das Weinjahr 2014 bis jetzt vergleichsweise mild. Der Winter ist fast komplett ausgefallen, lediglich Ende Januar konnten etwas Schnee und winterliche Temperaturen verzeichnet werden. Dafür waren der Februar und der März viel wärmer als üblich und der Regen blieb während diesen Monaten fast ganz aus.

Das besorgt natürlich die Winzer, denn bereits der Sommer im Weinjahr 2013 war sehr heiß und fast ganz ohne Regenfälle. Wie sich der Rest des Weinjahres 2014 präsentiert, das steht noch in den Sternen. Die deutschen Winzer hoffen allerdings darauf, dass das Wetter 2014 weniger launenhaft ausfällt, als im Vorjahr. Im Weinjahr 2013 war die Qualität der Weine zwar durch die Bank gut, dafür mussten die deutschen Winzer auf Grund der Wetterlage empfindliche Ertragseinbußen in Kauf nehmen. Die deutsche Jahresproduktion blieb mit rund 8 Millionen Hektoliter beinahe eine Millionen Hektoliter unter dem üblichen Jahresmittel. Die deutschen Winzer setzen daher hohe Erwartungen an das noch junge Weinjahr 2014.

Vom Wetter einmal abgesehen, sind für das Weinjahr 2014 einige Trends zu erwarten. So macht die Globalisierung auch vor der Weinindustrie nicht Halt. Aktuell sind regelrecht exotische Anbauländer wie die Türkei und Israel im Kommen, die hervorragende Weine produzieren, international aber bis jetzt nur wenig bekannt sind. Das könnte sich im Weinjahr 2014 ändern, denn Weine aus diesen Nationen sind auch in Deutschland immer öfter zu haben und finden hier eine wachsende Fangemeinde.

Aber auch auf dem deutschen Weinmarkt tut sich so einiges. Neben Klassikern wie dem Riesling befinden sich auch ältere und wenig bekannte Sorten wie der Auxerrois, der Kerner und der Silvaner im Aufwärtstrend. Einige deutsche Winzer haben die alten Rebsorten wieder für sich entdeckt und beginnen mit ihnen zu experimentieren. Zwar werden die Sorten nur auf kleinen Rebflächen angebaut, dennoch trägt dies natürlich zur Vielfältigkeit der deutschen Weinlandschaft bei und könnte dafür sorgen, dass das Weinjahr 2014 ein besonders abwechslungsreiches Jahr wird.

Die Weingenießer in Deutschland wird es freuen, denn diese sind grundsätzlich neuem und innovativen Wein sehr aufgeschlossen. Kamen vor rund 30 Jahren für Weinkenner nur etablierte und renommierte Anbaugebiete wie Bordeaux, Burgund oder Champagne in Frage, so ist dies heute nicht mehr der Fall. Die Weingenießer in Deutschland sind viel experimentierfreudiger geworden und belohnen auch innovative Winzerkunst.

Dies könnte auch dazu beitragen, dass Deutschland im Weinjahr 2014 zum regelrechten „Champagnerland“ wird. Bereits in den letzten Jahren erfreut sich der Winzersekt aus deutschen Landen immer größerer Beliebtheit. Kam früher beim edlen Schaumwein nur der „echte“ Champagner aus Frankreich in Frage, so kommt heute immer mehr ernstzunehmende Konkurrenz aus Deutschland. Zahlreiche deutsche Winzer bieten erstklassigen Winzersekt an, der es qualitativ locker mit dem Original aus Frankreich aufnehmen kann. Noch dazu werden die deutschen Winzersekte um einiges günstiger angeboten, als der Champagner aus Frankreich. Könnte 2014 etwa das deutsche Champagnerjahr werden?

All diese Überlegungen sind natürlich noch reine Spekulationen, denn keiner kann mit Sicherheit sagen, wie sich das Weinjahr 2014 tatsächlich entwickeln wird. Aber was auch immer das Weinjahr 2014 uns bringt, es wird mit Sicherheit ein spannendes Jahr.